![]() Der Blog zum Sonntag
„...und am siebten Tage sollst du ruhen.“ Zeit sich zurück zu lehnen und sich von den Strapazen der Woche zu erholen. Zeit in sich zu gehen und einen Rückblick und einen Ausblick zu wagen. Was habe ich erreicht? Was ist auf der Strecke geblieben? Was sollte in Zukunft anders laufen?
Der Sonntag ist aber auch gut, um im weltweiten Netz zu stöbern und in meinem Block zu lesen. Grotesk, informativ, anregend, vielfältig.
Immer mehr Kinder und Jugendliche weigern sich zumindest zeitweise die Schule zu besuchen. Ob Grundschule oder Berufsbildungsschule, dieses Problem ist bei den meisten Eltern und Lehrern bekannt.
Da wir in Deutschland die Schulpflicht haben, ist die Antwort der Erziehenden recht einfach: „Du musst aber zur Schule gehen!“ Teilweise wird noch ein drohendes „sonst gibt es Ärger“ hinzugefügt. Sachlich ist das ja richtig, aber nicht wirklich hilfreich in der Situation.
Es gibt nur einen Weg aus der Situation: die Ursache finden, um dann die Ursache zu beheben. Wenn das funktioniert ist alles wunderbar...
Mit anderen Worten, die Eltern beginnen unter der Situation in doppeltem Sinne zu leiden. Auf der einen Seite das Mitgefühl für das leidende Kind und auf der anderen Seite die „Vorwürfe“ von Außen und damit verbundene Versagens- und Schuldgefühle. (vgl. http://bit.ly/dLige8)
An dieser Stelle muss festgestellt werden: Wenn das Kind nicht zur Schule gehen will, geht es nicht zur Schule. Punkt! So einfach ist das...
Wenn ein Kind hohes Fieber hat, ist es krank und bleibt zu hause. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wenn ein Kind zu hause bleibt, ist es krank. Also ganz einfach: zunächst der Weg zum Arzt für einen Attest und eine Überweisung zu einem Kinder- und Jugendlichentherapeuten. Damit können auch die Eltern dem Druck von Außen etwas entgegen setzen. „Warum geht euer Kind nicht zur Schule?“ „Weil es krank ist.“ Auch der Schulpflicht ist damit zunächst genüge getan.
Ein weiterer und vielleicht entscheidender Vorteil: Die Eltern können sich dem Kind mit Verständnis und positiver Zuwendung widmen, anstatt Druck aufzubauen und Strafsysteme zu installieren. In vielen Fällen führt dies recht schnell zu einer umfassenden Entspannung der Situation in der das Kind sich selbst wieder trauen kann und sich den Eltern vielleicht sogar anvertraut.
Eine schnelle Lösung gibt es in den meisten Fällen nicht. Ich wünsche allen Betroffenen die nötige Kraft, um aus dieser Odyssee gestärkt hervorzugehen.
Das unser Schulsystem und die Lehrmethoden alles andere als angemessen sind, daran besteht kaum ein Zweifel. Von diesem Standpunkt aus ist es wohl kein schlechtes Zeichen, wenn ein Kind sich in diesem System nicht zurecht findet. Zuletzt geändert am: Apr 17 2011 um 11:33 AM ZurückKommentare
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